Rheinauer Nazi zu Geldstrafe verurteilt

Am 08.10.2009 fand vor dem Amtsgericht Kehl ein Prozess gegen den Rheinauer Nazi und früheren Bundes- und Landtagskandidaten der NPD, Axel Borkmann, statt.
Dieser hatte beim letztjährigen „Heldengedenken“ drei weitere Nazis dazu angestiftet, Plakate und Transparente zu zerstören, auf denen Unmut über die Naziversammlung geäußert wurde. Borkmann führte seit 2006 auf Seiten der Nazis die Kooperationsgespräche bezüglich der größten regelmäßig stattfinden NPD-Veranstaltung in Baden-Württemberg.

Unter den Nazis, welche Borkmanns Befehl bereitwillig ausführten, befand sich auch Romain Saint-Luc, der in den letzten Jahren regelmäßig als Redner am „Ehrenmal Panzergraben“ zugegen war.
Saint-Luc ist Gründer der „Jungen Volksdeutschen Elsass-Lothringen“, langjähriges Mitglied der NPD, sowie der französischen „Front National“. Im Jahre 2006 war er an einem brutalen Übergriff von knapp einem Dutzend Nazis auf einen aus Nordafrika stammenden Menschen beteiligt. Damals wurde Saint-Luc, nach umfangreichen Aussagen seiner „Kameraden“, zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe und drei Jahren Bewährung wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung verurteilt.

Im Falle der Sachbeschädigung war es nun Saint-Lucs Aussage, welche Axel Borkmann aus Rheinau-Diersheim auf die Anklagebank brachte. Saint-Luc hatte bei seiner Festnahme in Rheinau spontan verlauten lassen, er handle auf Borkmanns Befehl. Zwar hatte der „Volksdeutsche“ Saint-Luc seine Aussage später mehrmals, unter anderem aufgrund angeblicher Verständnisschwierigkeiten der deutschen Sprache zurückgezogen. Doch am Ende erschienen dem Richter gerade diese Bemühungen unglaubwürdig und verurteilte Borkmann zu 40 Tagessätzen zu je 30 Euro wegen Anstiftung zur Sachbeschädigung. Romain Saint-Luc und die beiden anderen Beteiligten wurden ebenfalls zu Geldstrafen verurteilt.

Weitere Infos:

Artikel zum Prozess aus der Badischen Zeitung
Artikel zum „Heldengedenken“ 2008 auf de.indymedia.org
Nicola Pantera: „Deutsch-französische Kameradschaft“, erschienen in Der Rechte Rand, Nummer 109